Informatives

Stiftungsfest: Ehrung für Gerhard Lis

Stiftungsfest: Ehrung für Gerhard Lis

 
  
 

 "Ein Mann ohne Falsch"

"Ohne Gerhard Lis wäre die erfolgreiche Umsetzung dieses großen Integrationsprojektes nicht möglich gewesen und deshalb sind wir ihm sehr dankbar", sagte Regina Schafmeister, Vorsitzende der Stiftung KOLPING-FORUM Paderborn, die seit 2006 das Inklusionshotel Aspethera am Busdorf 7 betreibt. "Erhat uns als Vorsitzender der örtlichen Kolpingsfamilie immer den Rücken freigehalten, Mut gemacht und nach vorne geschaut", so Schafmeister weiter. Nach 15 Jahren ist Gerhard Lis nun aus dem Stiftungsrat ausgeschieden.

Gerhard Lis hatte um die Jahrtausendwende die völlige Neugestaltung des alten Kolpinghauses zum modernen KOLPING-FORUM mit einem Ausbildungs-Hotel vorangetrieben. Kolping-Bundespräses Josef Holtkotte beschrieb ihn in seiner Ansprache als "Mann ohne Falsch", der durch Offenheit, Loyalität und Hilfsbereitschaft die Fähigkeit habe, Menschen für eine Sache zu gewinnen.
"Damals sind für eine zukunftsweisende Idee Personen zusammengekommen, die sich vertraut haben. Das war der Schlüssel zum Erfolg", erinnerte sich Holtkotte, der 2003 noch Diözesanpräses war.

Im Rahmen des traditionellen Stiftungsfestes wurden weitere Personalien bekanntgegeben: Aus dem Stiftungsvorstand ausgeschieden ist Werner Sondermann. Er wechselt in den Stiftungsrat. Gottfried Schulz, Geschäftsführer der Kolping-Bildungszentren Westfalen und Ruhr, wurde neu in den Vorstand gewählt.

Dem Stiftungsrat gehören nun an: Werner Sondermann, Stephan Stickeler, Bernhard Bauer, Hans-Peter Schütte, Matthias Loddenkemper und Diözesanpräses Sebastian Schulz.

Dem Stiftungsvorstand gehören nun an: Wolfgang Gelhard und Gottfried Schulz, sowie Regina Schafmeister als Stiftungsvorsitzende.

Text: Sascha Dederichs, Kolping Bildungswerk Paderborn
Bild: Bernhard Bauer

Aktion Inklusion OWL

"Schluss mit den Mythen"

Bewegender Vortrag über Autismus und Arbeitsmarkt

Nein, Autisten sind nicht wie Raymond Babbitt aus dem Film Rain Man. Nein, Autisten sind auch nicht gefühlskalt. Und nein, Autisten leben auch nicht in ihrer eigenen Welt. "Es gibt viele Mythen über Autismus und es wird Zeit, das nicht mehr nur über Autisten, sondern mit ihnen gesprochen wird, wenn es um die Integration in den Arbeitsmarkt geht", sagt Inklusionsbotschafter Aleksander Knauerhase, bei dem mit 35 Jahren selbst Autismus festgestellt wurde. Sein Vortrag war eingebettet in die Jubiläumsveranstaltung "10 Jahre Aktion Inklusion OWL", die sich mit dem Thema "Autismus in der Arbeitswelt" befasste.

     

 "Ich würde mir wünschen, dass die Gesellschaft ganz normal mit uns umgeht, unsere Stärken anerkennt und die noch vorhandenen strukturellen Barrieren abbaut", so Knauerhase. "Es gibt prinzipell keinen Job, den Autisten nicht machen können, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind", sagte der Gastredner weiter. So haben Autisten vielfach beispielsweise eine Abweichung im Reizfilter, was durch die bis zu 100fach stärker ausgeprägte Sinneswahrnehmung dazu führt, dass sie schneller ermüden. "In einer reizarm gestalteten Umgebung können Autisten jedoch wahre Höchstleistungen vollbringen und dem Arbeitgeber beste Dienste leisten", beschreibt Knauerhase, "in einem Großraumbüro wird das allerdings problematisch". Auch die NRW-Patienten- und Behindertenbeauftragte Claudia Middendorf betonte in ihrem Grußwort, dass jeder Mensch das Recht auf Teilhabe hat und jeder einzelne gefragt ist, wenn es darum geht, Barrieren abzubauen. "Ich möchte, dass wir möglichst schnell wahre Augenhöhe erreichen", sagte Middendorf. Damit griff sie explizit Knauerhases Motto "Nicht über uns ohne uns!" auf. Neben Middendorf hielt auch NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann ein Grußwort. Per Videobotschaft lobte er die Arbeit der mittlerweile 300 Inklusionsunternehmen in Nordrhein-Westfalen. Einen Rückblick auf "10 Jahre Inklusion OWL" gaben die Vertreter der Netzwerkpartner, Regina Schafmeister (Stiftung KOLPING-FORUM Paderborn), Dietmar Esken (IBZ gGmbH), Barth Rymek (SPI), Hiltrud Meilwes-Klee (Jobcenter Paderborn und Boris Voss. Das Netzwerk hat sich zum Ziel gesetzt, die Interessen der Menschen mit Behinderung in die Öffentlichkeit zu tragen und für deren Bedürfnisse zu sensibilisieren.